Der Konsum von Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Cannabis oder bestimmten Medikamenten während der Schwangerschaft kann schwere gesundheitliche Folgen für das ungeborene Kind haben – körperlich wie auch geistig. Vielen werdenden Eltern ist das tatsächliche Ausmaß der Risiken jedoch nicht vollständig bewusst. Dieser Beitrag zeigt, warum ein konsequenter Verzicht wichtig ist und welche Unterstützung möglich ist.
Die Schwangerschaft ist eine besonders sensible Zeit für das heranwachsende Kind. Viele werdende Mütter wissen, dass Alkohol und Nikotin schaden können. Doch was bedeutet das konkret? Welche Folgen haben andere Substanzen wie Cannabis, Ecstasy oder bestimmte Medikamente?
Studien zeigen: Bereits geringe Mengen können das Risiko für gesundheitliche Schäden erhöhen. Eine völlig unbedenkliche Dosis gibt es nicht. Viele Substanzen gelangen direkt über die Nabelschnur zum Kind. Die kindlichen Organe sind noch nicht vollständig entwickelt und können diese Stoffe nicht abbauen oder sich schützen.
Die Risiken im Überblick:
- Alkohol: Kann körperliche Fehlbildungen, geistige Beeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten verursachen. Schätzungen zufolge werden in Deutschland rund 10.000 Kinder pro Jahr mit einer Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) geboren
- Nikotin: Kann die Sauerstoffversorgung des Kindes beeinträchtigen und so das Risiko für Frühgeburten, niedriges Geburtsgewicht sowie Atemwegserkrankungen im Säuglingsalter erhöhen. Auch Passivrauchen steigert dieses Risiko
- Medikamente: Viele Medikamente sind unproblematisch, andere bergen Risiken für das ungeborene Kind. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Schmerzmittel sowie Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Medikamente sollten in der Schwangerschaft immer nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden
- Andere Substanzen (z. B. Cannabis, Ecstasy, Kokain): Erhöhen das Risiko für Entwicklungsstörungen, Früh- und Totgeburten sowie Entzugserscheinungen beim Neugeborenen. Die Risiken hängen stark von der jeweiligen Substanz, der Menge und der Häufigkeit des Konsums ab
Unterstützung und Hilfe
Nicht allen Schwangeren gelingt es, den Konsum sofort zu beenden – insbesondere bei bestehender Abhängigkeit. Wichtig ist: Hilfe ist möglich und darf in Anspruch genommen werden, ohne Angst vor Verurteilung.
Wichtige Anlaufstellen sind:
- Frauenärztinnen, Hebammen und Suchtberatungsstellen bieten vertrauliche Begleitung
- Das IRIS-Programm unterstützt anonym beim Rauch- oder Alkoholverzicht in der Schwangerschaft
- Bei Drogenabhängigkeit kann eine medizinisch betreute Ersatztherapie Mutter und Kind schützen
Auch das Umfeld zählt
Neben individueller Unterstützung spielt auch das Umfeld eine wichtige Rolle. Partner, Familie und Freundeskreis können ein suchtfreies Umfeld fördern. Verständnis, Motivation und konkrete Maßnahmen wie gemeinsame alkoholfreie Aktivitäten stärken die werdende Mutter und erleichtern den Verzicht.
Ein konsequenter Verzicht auf Alkohol, Nikotin und andere riskante Substanzen – ideal bereits bei bestehendem Kinderwunsch – schützt das ungeborene Kind am besten. Medikamente sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Hilfe und Unterstützung stehen zur Verfügung, niemand muss den Weg alleine gehen.
Weitere Informationen und Hilfsangebote: Bundesstiftung Mutter und Kind
Kostenfrei im DFV-Newsletter anmelden
Informationen zur Familienpolitik, Finanzen, Gesundheit, Bildung und alles rund um Familie


