Die Ergebnisse, zu denen die neue Shell-Jugendstudie kommt, sind beinahe unspektakulär. Es lohnt sich dennoch hinzuschauen, was die junge Generation in Bezug auf Familie geantwortet hat. Familie gehört zu den wichtigsten Lebenszielen aller Jugendlichen in Deutschland.

Fast 2.600 junge Menschen haben die Forscher der 18. Shell-Jugendstudie zu ihrer Lebenssituation, ihren Einstellungen und ihren Werten befragt. Die 12- bis 25-Jährigen beantworteten unter anderem Fragen zu sozialen Beziehungen, Ausbildung und Digitalisierung. Außerdem ging es um ihre Einstellung zu Politik, Gesellschaft und Religion.

Beziehung zu den Eltern ist positiv

Laut Shell-Studie sagen 90 Prozent der befragten Jugendlichen, dass ihnen das Verhältnis zu ihren Eltern wichtig ist. Dabei geben 42 Prozent an, bestens mit ihren Eltern auszukommen. Für 50 Prozent ist das Verhältnis zu ihren Eltern trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten gut. 7 Prozent kommen mit ihren Eltern eher schlecht bis sehr schlecht aus. Die Studie hebt hervor, dass der Anteil der 12- bis 25-Jährigen, die ein positives Verhältnis zu ihren Eltern haben, seit 2002 beständig zunimmt.

Eltern sind Erziehungsvorbilder

Weniger als ein Viertel der jungen Menschen, die befragt wurden, würde seine Kinder anders oder ganz anders erziehen, als sie selbst von ihren Eltern erzogen wurden. Im Jahr 2002 haben dies 29 Prozent angegeben. Die Forscher schließen daraus, dass die meisten Jugendlichen mit der elterlichen Erziehung ziemlich zufrieden sind.

Familie ist wichtig

Gute Freunde, eine vertrauensvolle Partnerschaft und ein gutes Familienleben sind die mit Abstand wichtigsten Wertorientierungen der jungen Generation. Im Vergleich zu 2002 hat sich damit nichts verändert, so die Studie.

„Kinderwunsch bleibt stabil“

Gut zwei Drittel aller 12- bis 25-Jährigen, die selbst noch kein Kind haben, möchten später einmal Kinder haben. 8 Prozent geben an, keine Kinder haben zu wollen. Jeder Fünfte ist sich noch nicht sicher. Seit 2002 ist der Kinderwunsch von Jugendlichen damit, abgesehen von leichten Veränderungen, gleich.

Klassische Rollenverteilung ist ideal

Die Forscher haben die Jugendlichen gefragt, wie die ideale Rollenverteilung für sie aussähe, wenn sie 30 Jahre alt wären und ein zweijähriges Kind hätten. Wie viele Stunden würden sie selbst in dieser Situation am liebsten arbeiten und wie viel sollte die Partnerin bzw. der Partner arbeiten? Junge Frauen und Männer zeigten zum großen Teil Einigkeit: Die Frau sollte kürzertreten.

Laut Studie ist der Vater als traditioneller Ernährer der Familie keine rein männliche Vorstellung. Allerdings wünschen sie die jungen Frauen auch häufiger eine eigene Erwerbsbeteiligung, 29 Prozent würden mit einem zweijährigen Kind gerne 30 Stunden oder mehr arbeiten, nur 23 Prozent der jungen Männer wünschen sich das von ihrer Partnerin.

Jugendliche in den neuen Bundesländern favorisierten eher eine partnerschaftliche Aufgabenverteilung als die im Westen.

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