In rasender Geschwindigkeit schreitet die Digitalisierung der Zugänge zu Waren und Dienstleistungen voran. Das soll die Dinge vereinfachen, verbilligen und Personal sparen. Allerdings sind aus unterschiedlichen Gründen noch immer nicht alle Menschen in Deutschland online. Manche können sich keinen Internetzugang oder kein Endgerät leisten. 2023 waren in Deutschland immer noch 5 % der 14 – 74-Jährigen noch nie online. Bei den über 75-Jährigen sind es 30%.

Der Deutsche Familienverband warnt vor steigender Ausgrenzung und Diskriminierung der Senioren, durch ausschließlich digitale Zugänge bei Dienstleistungen und Handel. „Für weitere 5 – 10 Jahre müssen analoge Strukturen in den wichtigsten Bereichen des Lebens zur Verfügung stehen, damit alle Menschen selbstständig teilhaben können“, sagt Petra Windeck, Landesvorsitzende des Deutschen Familienverbandes NRW e.V.

Digitalisierung ist grundsätzlich gesellschaftlicher und politischer Konsens. Allerdings darf die Entwicklung nicht dazu führen, dass Menschen, die nicht oder noch nicht online sind, ausgegrenzt und diskriminiert werden. Aktuelles Beispiel sind die radikalen Pläne der Deutschen Bahn. Die Plastik-Bahncard wird abgeschafft und Spartickets können nur noch online erworben werden. Damit sind Menschen ohne Smartphone hier ausgeschlossen oder ständig auf die Hilfe anderer angewiesen. Ähnlich ist die Lage im Gesundheitswesen und bei Behördengängen. Terminvergaben, Auskünften, Bescheiden und Ausweisen – vieles ist nur noch online erhältlich.

Gravierend negativ kann sich ausschließliche Digitalisierung im Service der Banken und Sparkassen auswirken. Insbesondere ältere und hochbetagte Menschen müssen, wenn sie keinen Internetzugang haben und mit dem Service Onlinebanking nicht umgehen können, auf die Hilfe anderer Menschen vertrauen und Zugang zu ihren Konten gewähren.

Diese Entwicklung ist diskriminierend und gefährlich, denn nicht immer stehen wirklich wohlmeinende, uneigennützige Helfer zur Verfügung.

Für ausschließliche Digitalisierung essenzieller Servicebereiche ist die Zeit noch nicht reif. Die Förderung niederschwelliger, digitaler Bildung in den nächsten Jahren kann dazu beitragen, dass auch ältere und hochbetagte Menschen von der Digitalisierung profitieren können.

Wer wir sind

Der Deutsche Familienverband NRW e.V. ist ein Mitgliederverband, der die Interessen von Familien mit Kindern und allen, die sich als Familien verstehen, in Politik und Gesellschaft vertritt. Wir verstehen uns als Lobby von FAMILIE.VIELFALT.NRW und kämpfen für die Verbesserung der Lebensbedingungen aller Familien.

Aktuelle Themenschwerpunkte sind Chancengleichheit, Bildung und Kinderbetreuung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der DFV-NRW e.V. unterhält ein familienorientiertes Integrationsbildungswerk im Raum Köln DFV-Bildungsforum gGmbH. Wir führen bedarfsorientierte Projekte und Maßnahmen an verschiedenen Standorten in NRW durch.

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