Die Forderung des baden-württembergischen Gemeindetages die Gruppengröße und den Fachkräfteschlüssel für die Kitas zu ändern, stößt auf Kritik des Deutschen Familienverbandes Landesverband Baden-Württemberg (DFV Baden-Württemberg).

„Leidtragende solcher Maßnahmen sind die Familien, die Kinder und die Erzieher/innen. Wir brauchen gute Arbeitsbedingungen und gute Bezahlung für die Beschäftigten im Erziehungsbereich“, fordert der Landesvorsitzende, Alexander Schoch.

Die aktuelle Forderung des Gemeindetages wird mit dem Fachkräftemangel begründet. Sie vertuscht aber die jahrelange Untätigkeit und die Versäumnisse der Kommunalen Spitzenverbände und der kommunalen Arbeitgeberverbände, die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der Erzieher/innen zu verbessern, so Schoch weiter.

Bei den bevorstehenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Erziehungsbereich erwartet der DFV Baden-Württemberg eine klare Verbesserung der Bezahlung und Arbeitsbedingungen für die Kita-Beschäftigten. „Für ihr großes Engagement in der Pandemiezeit haben die Erzieher/innen auch einen Bonus verdient. Nicht schöne Gesten, sondern deutliche strukturelle Verbesserungen für die Beschäftigten werden erwartet, damit die Attraktivität dieses Berufes für Frauen und Männer gewertschätzt und deutlich besser honoriert wird“, sagt der Landesvorsitzende.

Sonntags würden die kommunalen Arbeitgeber ein Loblied auf die frühkindliche Bildung singen und ab Montag seien sie dann wieder als Sparkommissare unterwegs. „Bei der Eingruppierung und den Arbeitsbedingungen der Erzieher/innen hat nichts geändert. Diese Entwicklung lässt fehlende Wertschätzung erkennen, egal ob im Pflegebereich oder in den Erziehungsberufen. Applaus reicht eben nicht, hier sind endlich vernünftige Rahmenbedingungen notwendig“, so Alexander Schoch.

Wer sein Kind gerne in der Kita betreuen lassen möchte, hat einen rechtlichen Anspruch darauf, auf einen Platz in der Kita. Schon 2013 war die Personalsituation angespannt, was auch dazu geführt hatte, dass der Fachkräftekatalog für die Kitas schon 2012 erweitert wurde. Der DFV-Landesverband beklagt, dass die aktuelle Forderung des Gemeindetages eindeutig nicht den tiefgreifenden Veränderungen der anspruchsvoller und komplexer gewordenen Arbeit in den Kitas Rechnung trägt.

Kinder und ihre Familien sind mit sehr unterschiedlichen Barrieren konfrontiert, die sie nicht oder nur sehr schwer ohne Hilfe überwinden können. „Armut und Migration sind dabei zwei wesentliche Gründe. Je früher einem Kind geholfen wird, desto besser ist es für seinen weiteren Weg in Schule und Beruf gerüstet. Dies benötigt personell gut ausgestattete Kitas und gute Rahmenbedingungen“, so der DFV-Landeschef.

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