Von Oktober 2025 bis Anfang April konnten Mieterinnen und Mieter in Deutschland im Rahmen der ARD-Mitmachaktion #besserwohnen ihre Erfahrungen teilen. Über 900 Menschen beteiligten sich an der Umfrage – für den Deutschen Familienverband (DFV) war besonders die Perspektive von Familien von Interesse. Durch die Kooperation mit der ARD und weiteren Partnerorganisationen konnte der Verband seine Expertise einbringen und für die Belange von Familien auf dem Wohnungsmarkt werben.
Die Ergebnisse der Aktion zeigen ein differenziertes Bild: Viele Familien leben in beengten Wohnungen, müssen einen großen Teil ihres Einkommens für Miete aufbringen und stehen unter erheblichem Druck. Der sogenannte Lock-in-Effekt verhindert häufig einen Umzug in passendere Wohnungen, da Alternativen entweder nicht verfügbar oder zu teuer sind. Zudem berichten Familien, dass sie bei der Wohnungssuche benachteiligt werden und schlechtere Chancen als kinderlose Haushalte haben. Gleichzeitig gaben über 80 % der Teilnehmenden an, mit ihrer aktuellen Wohnsituation grundsätzlich zufrieden zu sein – trotz der bestehenden Sorgen über steigende Mieten und Wohnungsunsicherheiten.
Für den DFV wird dadurch deutlich: Wohnen entwickelt sich zunehmend zu einem Armutsrisiko für Familien. Viele Haushalte müssen bereits jetzt einen großen Teil ihres Einkommens für die Miete aufbringen, was zulasten von Bildung, Freizeit und gesellschaftlicher Teilhabe der Kinder geht. Der Verband fordert daher ein umfassendes wohnungspolitisches Maßnahmenpaket, das Familien konsequent in den Mittelpunkt stellt:
- Ausbau von familiengerechtem Wohnraum: Mehr belegungsgebundene und bezahlbare Wohnungen, die mit der Familie „mitwachsen“ können.
- Stärkung gemeinwohlorientierter Akteure: Förderung von Wohnungsbaugenossenschaften und Einführung einer familienorientierten Wohngemeinnützigkeit.
- Schutz für Familien mit mittlerem Einkommen: Familien, die weder Anspruch auf Sozialwohnungen noch auf dem freien Markt bezahlbaren Wohnraum finden, müssen gezielt unterstützt werden.
- Bekämpfung von Diskriminierung: Familienbenachteiligung soll als Diskriminierungsmerkmal im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verankert werden.
- Förderung von Wohneigentum: Wiederaufnahme des Baukindergeldes, Reform der Grunderwerbsteuer und Einführung eines nach Kinderzahl gestaffelten Familienfreibetrags beim Erwerb von selbst genutztem Eigentum.
Die Abschlussdokumentation „#besserwohnen – Wie können wir die Mietkrise stoppen?“ wurde bereits ausgestrahlt und fasst die Erkenntnisse der Mitmachaktion zusammen, beleuchtet zentrale Missstände auf dem deutschen Wohnungsmarkt und zeigt die Perspektiven der teilnehmenden Familien.
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