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Überall gut leben: Gleichwertige Lebensverhältnisse schaffen

Petra Uertz Nachweis Lentner FuG-VerlagJPGEin Gastbeitrag von Petra Uertz, Bundesgeschäftsführerin des Verbandes Wohneigentum

Die Bundespolitik hat die Aufgabe wiederentdeckt, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen, und im Sommer 2018 hierzu eine Kommission berufen. Es geht nicht nur um Ausgleich von ost- und westdeutschen Verhältnissen. Aktuell soll den ländlichen Räumen insgesamt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Nach jahrelanger Konzentration auf „die Stadt“, vor allem auf die Entwicklung des Wohnungsmarkts in boomenden Großstädten, stellt man fest: von 83 Millionen Menschen leben 55 Millionen immer noch auf dem Land. Auf dem Land oder in ländlichen Räumen heißt, sowohl in Dörfern als auch Klein- und Mittelstädten.

Wohnen in guter Lage

Gutes Leben und Wohnen ist überall möglich. Oliver Junk, Oberbürgermeister von Goslar, einer Stadt mit ca. 50.000 Einwohnern, behauptet sogar, der Trend des Abwanderns in die Stadt habe sich umgekehrt. Die Menschen würden wieder mehr den Ort suchen, in dem ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickelt werden könne – „man sieht sich, man kennt sich, zusammenleben, zusammenstehen“. Goslar sei gerüstet, weil die Wohnquartiere attraktiver gestaltet und neue geschaffen würden.

Daseinsvorsorge und Infrastruktur

Dem hält Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum, entgegen, dass die Entwicklung, die kleinere Kommunen in den letzten Jahren genommen haben, nicht einfach umkehrbar sei. Der Teufelskreis aus Verschuldung, Wachstumsschwäche, Arbeitslosigkeit und Abwanderung müsse durchbrochen werden. Arbeitsplätze mit moderner digitaler Infrastruktur, Verkehrsanbindung und Mobilität, insbesondere durch verbesserten Öffentlichen Personennahverkehr, Gesundheitsversorgung durch ausreichende Landarztpraxen und Gesundheitszentren, angemessene Auswahl an Kinderbetreuung, Bildung und kulturelle Angebote, attraktiver Einzelhandel seien Gradmesser der Zukunftsfähigkeit einer Region. „Überschuldete Kommunen haben nur wenig Spielraum, durch umfangreiche Investitionen das Ruder herumzuwerfen“, so Jost und weiter: „Bund und Länder müssen gezielt Maßnahmen für Arbeit und Wohnen, Daseinsvorsorge und Infrastruktur unterstützen. Regionale Zusammenschlüsse sind massiv zu fördern.“

Förderung von Wohneigentum

Die Vorteile des ländlichen Raums bestehen – neben dem sozialen Miteinander – nicht zuletzt im kostengünstigeren Wohnen. Gerade junge Familien, die im eigenen Haus leben wollen, können sich hier leichter ihren Traum erfüllen als in teuren, engen Großstädten. „Neubau im ländlichen Raum und besonders der Erwerb leerstehender Häuser in Kleinstädten und Dörfern sind wichtig für den Wandel zu neuem Wachstum,“ betont Verbandspräsident Jost. „Die Kritik am Baukindergeld, es wäre nicht zielführend, nur weil in den Städten mit Wohnungsknappheit wenig ankommt, geht fehl. Denn es geht doch generell um mehr selbstgenutztem Wohnraum.“ In dieselbe Richtung wirkt bereits das Programm „Jung kauft Alt“, das sowohl jungen Familien den Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum erleichtert, als auch die Wohnstruktur einer Gemeinde stabilisiert, indem Leerstand vermieden wird.

Politische Agenda

Die Kommission für Gleichwertige Lebensverhältnisse hat sechs Arbeitsschwerpunkte: Kommunale Altschulden, Wirtschaft und Innovation, Raumordnung und Statistik, Technische Infrastruktur, Soziale Daseinsvorsorge und Arbeit sowie Teilhabe und Zusammenhalt der Gesellschaft. Bis Juli 2019 sollen erste Ergebnisse und konkrete Vorschläge vorliegen. Das selbstgenutzte Wohneigentum, das in den ländlichen Räumen weiter verbreitet ist als in Großstädten, spielt bei der Weiterentwicklung eine maßgebliche Rolle. Der Beitrag der Eigenheimbesitzer zur wirtschaftlichen und sozialen Stabilität der Regionen wird vom Verband Wohneigentum den Politikern gegenüber immer aufgezeigt. Schließlich ist die Kommune der erste Ort demokratischer Auseinandersetzung und Übernahme von Verantwortung für gemeinsame Lösungen. Auch das gehört zum guten Leben und Wohnen. 

 

Mehr Informationen zum Thema beim Verband Wohneigentum

Fotonachweis: Lentner / FuG-Verlag

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