DFV: Familien sind nicht arm - sie werden arm gemacht

Kind hinter Geld katyspichal„Wie viel sind uns die Familien wert?“ titelt der neue "Focus". Die Antwort folgt auf dem Fuß mit der aktuellen Studie „Kinder. Armut. Familie. Alltagsbewältigung und Wege zu wirksamer Unterstützung“ der Bertelsmann Stiftung. Jedes fünfte Kind in Deutschland gilt demnach als armutsgefährdet. „Es ist ein Verdienst dieser Studie, dass nicht nur trockene Daten erhoben wurden, sondern Betroffene selbst zu Wort kommen“, sagt der Präsident des Deutschen Familienverbandes (DFV), Dr. Klaus Zeh.

In den Interviews machen Eltern deutlich, dass aus Sicht des kindlichen Wohlbefindens die Fürsorgearbeit in der Familie nicht ausgeblendet werden darf – auch nicht angesichts der Priorität, Müttern und Vätern ihre Berufstätigkeit zu ermöglichen. In populären und politischen Diskursen wird häufig unterstellt, staatliche Transferzahlungen würden nicht kindgerecht verwendet. Die Studie zeigt aber eine ganz andere Seite elterlichen Handelns. Eltern bemühen sich in erster Linie darum, ihre Kinder bestmöglich zu versorgen und sie zu fördern. In der Regel stellen sie ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen zum Wohl der Kinder zurück. Der DFV sieht sich in seiner Forderung bestätigt: „Familien brauchen gute Scheine statt Gutscheine“.

Familien sind grundsätzlich nicht von Natur aus arm, sondern sie werden durch staatliche Eingriffe arm gemacht. Der Mindestlohn ist ein geeigneter Ansatz, prekäre Beschäftigungsverhältnisse abzubauen. „Doch was hilft ein Mindestlohn, wenn über Steuern und Sozialabgaben unzulässig in den Mindestbedarf der Familien eingegriffen wird. Heute kann für eine vierköpfige Familie nicht einmal mehr mit einem Facharbeitergehalt gesorgt werden“, so der frühere Landesfinanzminister Klaus Zeh. Deshalb haben der Deutsche Familienverband und der Familienbund der Katholiken, die beiden traditionsreichsten und größten Familienverbände, zum ersten Elternaufstand in der Geschichte der Bundesrepublik aufgerufen.

Unterstützung erhalten sie von wenigen Politikern wie dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff: „Das Bundesverfassungsgericht hat bei Steuern und Sozialabgaben einen klaren Nachholbedarf der Familien anerkannt. Dem müssen wir folgen.“ (Zitat "Focus", 20/2015). Darauf warten Familien seit 20 Jahren. Sie sind nicht länger ruhig zu stellen. „Wir jammern nicht – wir klagen“ ist die bittere Folge einer ignoranten Familienpolitik. Verwaltung und Justiz werden durch zahllose Verfahren beschäftigt - bis zu einem Machtwort des Bundesverfassungsgerichts. Dem wird der bis jetzt untätige Gesetzgeber folgen müssen.

10.05.2015

 

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