Qualitätsstandards jetzt! Keine Studien aus der Mottenkiste!

(Berlin). Ein Jahr nach Einführung des Betreuungsgeldes ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. „Mit großer Verwunderung nimmt der Deutsche Familienverband zur Kenntnis, dass zu diesem Zweck eine im Frühjahr 2013 erstellte Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) herangezogen wird“, erklärt DFV-Vizepräsidentin Petra Nölkel. Nach aktueller Aussage der Verfasser selbst sei die Studie dazu gar nicht geeignet. „Die daraus folgende, künstlich geschürte Debatte um das Betreuungsgeld bringt nur Menschen gegeneinander auf. Was wir stattdessen dringend brauchen, sind Qualitätsstandards in Kindertagesstätten. Und zwar jetzt!“, fordert Nölkel.

bby mit apfel Anna OmelchenkoEntgegen aller Unkenrufe wird das Betreuungsgeld von einer großen Zahl Familien quer durch alle gesellschaftlichen Schichten in Anspruch genommen. Das Statistische Bundesamt hat am 10.06.2014 mitgeteilt, dass allein im ersten Quartal 2014 rund 146.000 Mütter und Väter Betreuungsgeld bezogen. Rund die Hälfte davon haben mehrere Kinder, fast jede sechste Familie hat drei und mehr Kinder. 14% der Leistungsbezieher haben keine deutsche Staatsangehörigkeit, was ungefähr ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht. Im Übrigen steht der in den Raum gestellte „Missbrauch“ des Betreuungsgeldes durch sozial schwache und bildungsferne Bevölkerungsschichten in krassem Gegensatz zur Realität. Das Betreuungsgeld wird auf Hartz IV Sätze und alle weiteren finanziellen Sozialtransfers angerechnet, ist für die Betroffenen also ein reines Nullsummenspiel!

Statt nun „bildungsferne“ Familien und Migranten zu diffamieren, ist es nach Auffassung des Deutschen Familienverbandes dringend notwendig, die Qualität der Krippen und Kitas zu verbessern. „Die Ankündigung von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, dieses entscheidende Thema erst in der kommenden Legislaturperiode in ein Bundesgesetz zu gießen, ist ein Skandal und gegen die Interessen von Familien und die dringenden Bedürfnisse von Kindern in Bezug auf eine qualifizierte, verantwortungsbewusste außerfamiliäre Betreuung gerichtet“, kritisiert Petra Nölkel. „Dieser Skandal wird in der Öffentlichkeit leider nicht mit dem entsprechenden Aufschrei wahrgenommen. Alle konzentrieren sich auf eine Studie aus der Mottenkiste.“

Die in den Medien ausgebrochene Hektik beim Thema Betreuungsgeld deutet laut Nölkel darauf hin, dass in Kürze eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Betreuungsgeld erwartet wird. Völlig übersehen werde dabei allerdings, dass nicht die Frage zu klären ist, ob die Pflege und Erziehung der Kinder bei den Eltern, bei institutionellen Betreuern, oder in einem Mix aus beidem eher dem Kindeswohl entspricht. Der Hamburger Senat hat dem Bundesverfassungsgericht ausschließlich die Frage der Zuständigkeit durch den Bundesgesetzgeber vorgelegt. Diese Frage steht im Übrigen auch im Raum, wenn es um den Ausbau der Kindertageseinrichtungen und die Qualitätsstandards geht. 

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29.07.2014

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