Familien können aufatmen. Die Kindertagesstätten sind wieder geöffnet. Nach Beendigung eines Tarifstreiks, bei dem Mütter und Väter die vielgepriesene Vereinbarkeit von Familienarbeit und Erwerbstätigkeit nur noch mit einem riesigen Spagat schaffen konnten, bei dem Kinder von einer Notfallbetreuung zur anderen wechseln mussten und von verlässlichen Bezugspersonen keine Rede mehr sein konnte, scheint es auf allen Seiten nur Gewinner zu geben. „Wir begrüßen das Streikende. Aber: der Erleichterung kann sehr bald Ernüchterung folgen“ meint der Präsident des Deutschen Familienverbandes Albin Nees.
Denn angesichts der Finanzlagen in den Kommunen, in denen die Tariferhöhung der Beschäftigten nun die Stadtkämmerer umtreibt, werden bekannte Finanzierungswege eingeschlagen. „In erster Linie werden erneut die Familien durch eine Gebührenerhöhung belastet“ befürchtet Albin Nees. Nach diesen neuen Herausforderungen und der Vorgabe des Bundes, den Ausbau von Tageseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren massiv voran zu bringen rückt nun das Ziel, die Qualität in den Kindertagesstätten zu verbessern und mehr und besser ausgebildete Erzieher einzustellen, in weite Ferne. An einen gebührenfreien Kindergarten als vorschulisches und schulvorbereitendes Bildungsangebot ist kaum noch zu denken.
„Wir haben uns bewusst nicht in die Hoheit der Tarifpartner eingemischt“, erläutert Albin Nees, „doch nun müssen endlich neue Finanzierungswege beschritten werden. Die öffentliche Hand kann nicht ständig den Familien in die Tasche greifen oder weitere Schulden zu Lasten nachfolgender Generationen aufnehmen“. Der Deutsche Familienverband setzt sich daher für einen „Solidarpakt für Familien“ ein, mit dem die Förderung von Kindern und Familien zur zentralen Zukunftsaufgabe der öffentlichen Hand erklärt wird, denn Kindererziehung ist entscheidend dafür, dass unser Land zukunftsfähig bleibt.
Der Deutsche Familienverband ist die größte parteiunabhängige, überkonfessionelle und mitgliedergetragene Interessenvertretung von Familien in Deutschland.
29.07.2009
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